Der ganzheitliche Weg
zum Singen und zu sich selbst

Spezialkurse

 

Die Spezialkurse

Die im Folgenden beschriebenen Spezialkurse bauen auf den Erkenntnissen und Prinzipien von „Sich frei Singen“ auf. Sie gehen jedoch teils darüber hinaus, teils sind sie spezielle Anwendungen dieses Ansatzes.

Folgende Kurse wurden bereits entwickelt und werden bei Bedarf und Gelegenheit angeboten:

• Sich frei Singen für Menschen, die mit anderen arbeiten

• Klangbrücken ins Leben – Sich frei Singen für (werdende) Eltern, Hebammen und verwandte Berufe

• Sich frei Singen für Paare

• Sich frei Singen für Männer

• Sich frei Singen – Weihnachtsedition

Sich frei Singen für Menschen, die mit anderen arbeiten: Gerade LehrerInnen stehen beruflich vor sehr großen stimmlichen Herausforderungen; als Kindergärtnerinnen (die hier auch zu den LehrerInnen zähle) und MusiklehrerInnen bzw., ChorleiterInnen aber auch vor der Aufgabe, „Stimmbildung“ zu betreiben bzw. körpergerechtes Singen, wie ich es hier vorschlage, zu vermitteln.

Der Spezialkurs für LehrerInnen umfasst daher nicht nur intensive Selbsterfahrung, welche die Grundlage für jede Weitergabe von körperlichem, emotionalem und spirituellem Wissen ist, sondern auch didaktische Hinweise zur Arbeit mit Schulklassen und Chören. Zusätzlich wird eine Einführung in die Körperdiagnose nach A. Lowen geboten, die es erleichtert, die Wurzel der Schwierigkeiten stimmlicher Problemkinder zu erkennen und mit den passenden (und ebenfalls vermittelten) bioenergetischen Übungen lösen zu helfen.

„Klangbrücken ins Leben“ – die uralte Tradition des Kinder-ins-Leben-Singens: In vielen Traditionen war es üblich (in einigen wenigen ist es das bis heute) Kindern während der Geburt mit Gesängen und verschiedensten Instrumenten eine tragende, schützende, willkommenheißende Klangbrücke ins Leben zu bauen: Was für ein unschätzbares Geschenk, diese Welt in einer Wolke aus liebendem Wohlklang zu betreten, eingehüllt und geleitet durch Mantren und Lieder, die um die Schönheit, die Kraft und die Heiligkeit dieses Übergangs wissen.

An diesem intensivem Selbsterfahrung- und Fortbildungswochenende lernen werdende bzw. junge Eltern, Hebammen und Angehörige verwandter Berufe alles, was nötig ist, um ein klingendes Geburtsritual zu gestalten und Neuankömmlinge auf einem genau auf sie eingestimmten Klangteppich ins Erdenleben zu geleiten:

• Grundlagen und Selbsterfahrung des Singens auf dem freien Atem (Sich frei Singen); das Zwerchfell als Zugang zur eigenen Seele
• ein Repertoire geeigneter Lieder und Mantren
• eine Einführung in Pentatonik und biokompatible Stimmung (a = 432 Hz)
• die meditative Erfahrung, im Klang unserer Stimme das eigene Wesen zu gebären und auf dieser Ebene mit dem Wesen des Kindes in Resonanz zu gehen.
• Beispielhafte Geburtsrituale; eines wird die Gruppe selbst kreieren

Persönliches: Die Inspiration zu diesem Kurs entstand bei der Geburt meiner zweiten Tochter, bei der ich anwesend war. Es war eine sehr schwierige und lange Geburt, und meine damalige Lebensgefährtin bat mich, für das Kind und sie Mantren zu singen. Ich sang über längere Perioden hinweg, so weich und offen wie es mir möglich war, und die werdende Mutter empfand diesen Klang als etwas, an das sie sich „anlehnen“ konnte; das Entspannung und Vertrauen ermöglichte, sodass die Wehen endlich doch einsetzten. Meine folgenden Recherchen ergaben, dass es in vielen Traditionen üblich war (und in manchen bis heute ist), Kindern durch Gesang und Musik eine Klangbrücke ins Leben zu bauen. Ich fühle, dass dieses Wissen ein unschätzbares Geschenk an die Welt ist; etwas, das dem Neugeborenen in den ersten Momenten seines Lebens eine prägende Erfahrung von Liebe, Geborgenheit, Willkommensein und nicht zuletzt der Schönheit und Liebe der Welt mitgeben kann.

Sich frei Singen für Paare: Paradoxerweise ist der Drang, uns zu verstellen oft gerade gegenüber jenen Menschen am stärksten, die uns am nächsten stehen: Ihre Liebe und ihre Zustimmung ist uns besonders wichtig, und entsprechend groß ist die Angst, sie zu verlieren. Viele Paare ziehen sich deshalb auf „Verträge“ zurück, die sie auf bestimmte, oft zunehmend engere Rollen beschränken: „Wenn ich auch den Rest von mir zeige/lebe, wird mein/e Partner/in mich nicht mehr lieben, mich verlassen, aufhören mir zu geben, was ich mir so sehr wünsche.“

Das ist verständlich, aber nicht zielführend: Wenn ich mich vor einem Menschen verstellen muss, unterstelle ich zugleich, dass ich von ihm nur unter bestimmten Bedingungen geliebt werde, und es bedeutet zugleich, dass ich mich von der Liebe anderer abhängig fühle, sprich: Mir diese Liebe auch selbst nicht gebe.

„Sich frei Singen für Paare“ stellt einen Weg aus dieser Falle dar – denn frei zu singen gelingt nur, wenn wir ohne Verstandeskontrolle geschehen lassen, was aus der Weisheit des Körpers heraus von alleine geschieht, ohne vorhersehen zu können, was dies ist, und ohne einzugreifen. In diesem Prozess entdecken wir uns selber neu und sind darin vorbehaltlos authentisch.

In der geschützten Situation der Gruppe können Paare so lernen, sich einander ganz und aus noch unbekannter Tiefe heraus zu offenbaren. Einschränkende Verträge können erkannt und aufgelöst werden. Und wenn Liebende in dieser Weise füreinander singen, teilen sie miteinander den Klang ihres Wesens. Sie begegnen einander nicht mehr in Angst und Defizit, sondern aus ihrem lebendigen Reichtum und ihrer einzigartigen Schönheit, die von der Inneren Quelle gespeist werden. Wo wirklich Liebe ist wird die Wandlung vor den Augen des Geliebten zu einem kostbaren, ich würde sogar sagen; heiligen Geschenk.

Sich frei Singen für Männer: Dieser Spezialkurs hat durch neue Erfahrungen, die ich in jüngster Zeit machen durfte, eine deutliche Veränderung und Erweiterung erfahren. Nach wie vor schafft er eine Synthese aus „Sich frei Singen“ und Männerarbeit, zu der ich vor allem von dem afrikanischen Schamanen Malidoma Somé inspiriert wurde. Methodik und Gewichte haben sich jedoch verschoben.

“Sich frei singen für Männer – neu” vertieft den schamanischen Aspekt dieser Arbeit und verbindet ihn mit dem Singen auf neue Weise. Es geht nun tatsächlich um eine Erweiterung des Bewusstseins: Um die Aktivierung der meist noch “schlafenden” Beziehung zur geistigen Welt und damit von Aspekten unserer selbst, die in unserer materiellen Gesellschaft noch immer vehement verleugnet werden; um die Einbeziehung dieser Aspekte in unsere aktuellen irdischen Beziehungen; darum, die Erde und ihre vielfältigen Kräfte als lebendige Wesen zu erfahren; kurz: die scheinbar starre Wand der physischen Welt für das dahinterliegende Geistige ein Stück weit transparent zu machen und auf diesem Weg Hinweise auf unsere Berufung – das, was wir “wirklich, wirklich wollen” – zu erhalten.

Der Arbeit mit der Stimme kommt dabei eine neue Bedeutung zu: Einerseits erleichtert das Freilassen des Atems ein Singen, das uns mit jenen tieferen Ebenen unserer Selbst verbindet. Umgekehrt hilft aber auch der Kontakt mit den geistigen Aspekten unserer selbst und der Natur um uns herum dabei, den wahren Klang unseres Wesens “durchzulassen” und unsere Stimme als Heilmittel einzusetzen – für uns selbst und andere.

 Sich frei Singen – Weihnachtsedition: Dieser Workshop unterscheidet sich vom üblichen „Sich frei Singen“ nur dadurch, dass das Freie Singen möglichst ausschließlich anhand von Weihnachtsliedern eingeübt wird. Diese kleine zusätzliche Bedingung verstärkt die Wirkung dieses Selbsterfahrungswochenendes jedoch auf dreifache Weise:

• Weihnachtslieder sind oft mit einem besonderen Anspruch an „Heiligkeit“, „Schönheit“, „Besinnlichkeit“ uns dergleichen mehr verbunden. Wir sehen an Ihnen gleichsam unter dem Vergrößerungsglas, wie der Anspruch, ein bestimmtes Resultat zu erzeugen das Singen behindert, und wir können daher besonders eindrücklich lernen, diesen Anspruch bleiben zu lassen, beiseite zu treten und uns davon überraschen lassen, wie echt und berührend Singen sein kann, wenn wir uns dem Lied ohne vorgefasste Konzepte einfach zur Verfügung stellen.

• In vielen Familien wird gerade zu Weihnachten, wenn alles leuchtend und harmonisch sein sollte, der Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit besonders schmerzhaft deutlich. Die doppelten Böden, Lebenslügen und dunklen Geheimnisse haben in der Kindheit vieler zu “Katastrophen unterm Christbaum” geführt, die innerlich lange nachwirken. Weihnachtslieder lösen die Erinnerung an derlei Traumata zuverlässig aus und erleichtern im geschützten Rahmen der Gruppe die Heilung der so entstandenen Wunden.

• Nicht zuletzt haben traditionelle Weihnachtslieder eine ganz besondere, der jahreszeitlichen Geburt des Lichts inmitten der Dunkelheit entsprechende „Schwingung“. Man könnte sagen, ihr Klang zieht die Engel an (wobei wir unter „Engel“ einen sehr tiefen, stets unschuldigen und gutwilligen Anteil unserer eigenen Seele verstehen können). Wenn die oben beschriebenen Hindernisse beiseite geräumt sind, helfen sie uns daher, jenseits der abgenudelten Kaufhausjingles unser wahres, leuchtendes, inneres Weihnachten zu erleben und jene Ebene zu erfahren, auf der wir selbst Engel sind.

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